Eine Freundschaft fürs Leben 

Sie nannte mich Knuddel

 

    Und ich wurde zu einem richtig großen  "Knuddeltier"

  

 

Eigentlich nannten sie mich im Tierheim Jack.

 

Aber nachdem ich aus dem Einzelzimmer im Tierheim an der Leine zu meinem neuen Frauchen geführt wurde - Liebe auf den ersten Blick? Auf jeden Fall!

Sie saß in einem elektrischen Rollstuhl, (ich erfuhr im Laufe der nächsten Wochen alles über dieses Ding mit den vier Rädern.)

Ja, was soll ich sagen, (oder in meinem Fall bellen) ich war leider zu groß um auf ihren Schoß zu hüpfen um mich da nieder zu lassen - schade!

 

Im Laufe der nächsten Jahre nannte mich mein geliebtes Frauchen ab und zu "fauler Hund".

Aber mit den Vorderpfoten hochspringen und ihr mit meiner Zunge über das Gesicht zu lecken, ja das konnte ich. Sie lachte, und nahm mich in Arm und

adoptierte mich - oder ich sie?

 

Anfangs sorgte meine vorliebe für Äpfel und Bananen bei allen für Verwunderung - klar, Fleisch und mein Futter waren immer sehr willkommen, aber schließlich ist Obst sehr gesund!

 

Ein Bekannter der über viele Jahre hinweg Malamuts hatte, schaute im Internet in verschiedenen Tierheimen nach einem für ihn geeignetes Tier.

Er nahm mein Frauchen mit und so fand ein Hund ein neues Zuhause (auch wenn es kein Malamut war.)

Sie erzählte ihrer Freundin davon, die ihr wiederum eine andere Hundegeschichte erzählte:

Ihr Sohn sah vor ein paar Tagen in der Zeitung einen Hund und bestürmte seine Eltern ihm doch endlich den Wunsch nach genau diesem der Zeitung abgebildeten Hund zu erfüllen.

Seine Mutter rief im Tierheim an und verabredete sich am übernächsten Tag um den Hund mit ihrem Sohn zusammen kennenzulernen.

Als Mutter und Sohn am Parkplatz des Tierheimes aus dem Auto stiegen, kamen ihnen ein Ehepaar und ein

Junge mit genau diesem Hund entgegen und in den sich der Sohn der Freundin  meines Frauchens verguckt hatte.

Die Mitarbeiterin hatte sich den Namen nicht gemerkt und dachte... Die Enttäuschung war groß.

 

"Weißt Du was, sagte mein Frauchen zu ihrer Freundin, ich fahre mit P. nach L. da schauen wir uns gemütlich um und wenn P. einen Hund findet, dann fahrt ihr Eltern mit ihm hin und entscheidet.

     

                      Meine Freundin Sonja

                                        

Mein Frauchen und das zükünftge Frauchen von Sonja sind  seit Jahrzehnten beste Freundinen.

Sonja war vom gleichen Tierheim wie ich, sie und ich wurden beste Freunde die ein Leben lang hielt.

Am Anfang als Sonja  in ihr neues zu hause kam hatte sie vor allem und jedem Angst. Sie hatte es nicht leicht.

Und trotzdem hat sie ihr Weg zu der Freundin und Ihrem Sohn geführt, und das war ganz schön kompliziert.

Denn das Tierheim war nicht gleich das nächste von ihrem Wohnort. Sonja bekam ein neues Zuhause in dem sie glücklich lebte.

Vor meinem Frauchen, hat sie aber bis heute  Angst. Der elektrische Rollstuhl ist ihr nicht geheuer.

Mein zukünftiges Frauchen hatte schon mal einen Hund, er starb als er 12 Jahre alt war. Er war ein griechischer drei Wochenalter Welpe, als er die große Reise nach Deutschland antrat.

 

Tja und nun hatte mein Frauchen ein paarmal die vielen vielen Hunde im Tierheim gesehen und hatte schlaflose Nächte.

 

Sie war Witwe und lebte alleine mit zwei halbwüchsigen Kindern. Ein Hund bedeutet 10 bis 15 Jahre Verantwortung, Zeit, Geld.

Ihr Verstand sagte NEIN! Ihr Gefühl sagte:"guck doch mal."

Sie schrieb der Leiterin des Tierheimes ein Mail

beschrieb ihre Lebenssituation, ihre Wohnung, ihre

zwei Katzen Minz und Maunz, ihre Träume, soweit sie einen Hund betrafen und vereinbarte einen Termin.

Dann fuhr sie mit dem Rollstuhlbus und zwei 13 jährigen blinden Jungs ins Tierheim.

Die Leiterin des Tierheims schaute nachdenklich.

Was ging in ihrem Kopf vor sich.

 

Auf einmal lachte sie, "Wenn sie im Rollstuhl sitzen, haben sie zu hause keine Treppen, stimmt´s?

" Sie winkte den Tierpfleger, der gerade mit einem großen schwarzen Hund daherkam wieder weg und rief ihm etwas zu.

Und dann kam ich: Knuddel!

Wir hatten in der Familie alle ein Handicap - da fiel keiner auf. Na ja, und was hatte ich schon alles in meinem Leben mitgemacht. Geboren in einem fernen Land, mit zwei kaputten Hüften.

                                                        

                                     

Bis auf die Katzen. Die saßen auf dem Sekretär und warteten bis ich wieder verschwinde wie andere Besuchshunde auch - Tja, aber ich blieb!

 Ich war groß, kein tapsiger Welpe mehr, aber durch mein Handicap etwas ungeschickt in meinen Bewegungen und wenn ich mich freute, machte ich Bocksprünge vor Glück.

Minz und Maunz die Katzen, gewöhnten sich an mich. Maunz und ich freundeten uns sogar etwas an.

Die zwei sind zwar Zwillinge können sich aber bis heute nicht so richtig ausstehen.

Wir hatten  viel Platz und einen großen Balkon.

 

Ich war keine Wohnung, keine Familie, keine Vorstadt gewohnt.

Alles machte mir Angst, außer mein Frauchen. Aber warum musste ich raus? Können wir nicht...........

Nein wir können nicht.

"Du bist ein Hund", sagte sie, "und Hunde gehen Gassi, auf geht´s"!

Aufzug fahren fand ich lustig, es soll Hunde geben die laufen lieber die Treppe, verstand ich nie.

 

Durch den Hof, bis zu einer kleinen Sackgasse über die Straße, da ist eine kleine Wiese, da sollte ich, da durfte ich. Ja was denn?

Ja ja endlich verstand ich, was sie wollte. Ein paar Stunden später das gleiche Spiel. Wo wir doch einen so schönen großen Balkon haben!

 

Nein, das ist zu viel. Ich legte mich auf den Gehsteig um ihr zu zeigen, das es reicht. Etwas ratlos stand sie neben mir und jetzt? Da kam ein Bus die Einfahrt unseres Hauses entlang.

Die Menschen darin sahen wohl das Elend, (welches Elend?) und da sie auch nicht wussten, was dem Hund fehlt, trugen sie mich über die Straße auf das Grundstück.

Ja, prima dachte ich mir, da geht´s nach hause, ich stand auf und lief Richtung Haustür.

Warum war mein Frauchen so durcheinander, ich wollte doch bloß nicht raus.

Ein paar Tage später versuchte ich das Spiel noch einmal. Diesmal mitten auf der Hauptstraße!

Als ich mich hinlegte, war die Straße ganz leer.

Diesmal war die Reaktion meines Frauchens nicht so lustig. Ihre Stimme war panisch, ich wedelte mit dem Schwanz und wollte sie beruhigen.

Der riesengroße Laster sah uns rechtzeitig und hielt 2 Meter vor uns an . Ich bewegte mich nicht.

Der Fahrer stieg aus und nun standen sie zu zweit

auf der Straße und versuchten mich  zu überreden wieder aufzustehen.

Hm, da kam eine junge Frau über die Straße gesprungen. Ich drehte den Kopf nach ihr. Sie hatte eine große Plastiktüte am Arm baumeln. Ob da was zu essen drin ist? Mal nachschauen.

Ich stand auf und sprang an ihr hoch, ein Küsschen kann ja nicht schaden. Aber dieses Mal  bin ich wohl zu weit gegangen.

Mein Frauchen drohte mir, als wir wieder zu hause waren, dass sie mich beim nächsten "Danebenbenehmen" sofort wieder ins Tierheim zurückbringen würde. Sie meinte das völlig Ernst, also tat ich es nie wieder.

 

Flegeljahre:

Ganz schön schwierig ein erwachsener Hund zu werden.

Es war einfach zu schön, und den "Blödsinn" hab ich nie mit Absicht getan - was ist schon Absicht?

 

Daniel ist nicht nur blind, er ist auch hyperaktiv und geistig gehandicapt. Er ist ganz schön mutig, wenn ich wollte konnte ich ein "freiwilliger" Blindenhund sein.

                                                                                                                                                                             

Wasser fand ich immer gut. In meinem Übermut hab ich in Bächen schon öfter für Aufregung gesorgt.

Einmal durfte ich bei uns im Wald in einem kleinen See schwimmen, ich war mit Frauchen alleine unterwegs. Wir trafen ein Ehepaar mit Hund und ich hatte viel Spaß.

Irgendwann ging es zurück über die Wiese auf den Waldweg. Frauchen war mit der steilen Wiese und dem Rollstuhl beschäftigt, ich sollte ohne Leine mitlaufen, eigentlich schon eine leichte Übung.

Ich ließ mich zurückfallen und ging zurück zum Bach.

Tja und nun, vorher war ich ja in dem kleinen See durch den der Bach fließt, nun war ich am Bach kurz bevor der in den See mündet.

Dort war ein Gebüsch und es war steil. Ich blieb hängen, dass tat weh. Frauchen vermißte mich, rief nach mir, ich bellte.  Aber wie sollte sie mich retten??

                                                                                    

Gott sei Dank war das Ehepaar noch in Rufweite, sie kamen zurück, mußten in den Bach, um an mich heranzukommen und hoben mich etwas nach oben und retten mich. Sie waren nach der Aktion fast geau  so naß wie ich. Was mein Frauchen mir erzählte - das hab ich vergessen.

Was ne Wasserschlacht ist? Hab sie ganz schön nass gespritzt und hab gewonnen!

                     

Ein Jahr später war ich schon vernünftiger.

Na ja - fast. Ich bin auf der falschen Seite des Baches raus und stand mutterseelen alleine da, alle riefen mich, aber ich traute mich nicht zurück.

Ich blieb ganz ruhig stehen, ewig lang. Bis ich von Beate geholt wurde.

Nach der dritten Rettung, mußte ich an der Leine bleiben. -Peinlich.

Aber es war schön ein junger fröhlicher Hund zu sein.

Trotz meines Handicaps.

 

Und ich habe meinem Frauchen ein paar wirklich gute treue Freundschaften vermittelt, das muss festgehalten werden - zum Beispiel.

 

Inge und Miss Elli:

Beide hatten wir das erste Mal auf den Feldern getroffen.

Da wir Hunde uns liebevoll begrüßten, begrüßten sich unsere "Frauchen" auch. Spürten die nicht, was wir Hunde spürten?

Den Menschen fehlen einfach ein paar Sinne, sie sollten mehr auf uns Hunde hören!

Aber unsere Frauchen sind ganz schön clever, und haben es doch noch begriffen. Und es dauerte auch gar nicht lange.

Als wir weitergingen war mein Frauchen sehr nachdenklich.

Sie fuhr langsam mit ihrem E-Rollstuhl auf dem Feldweg weiter und so hatte ich Zeit über die Begegnung mit Miss Elli nachzudenken.

Was diese Frau, sie hieß Inge, gerade erzählt hatte war schon traurig. Das konnte ich so nicht stehen lassen. Aber was konnte ich tun? Meinem Frauchen würde schon was einfallen.

Die treffe ich bestimmt wieder dachte ich, denn Hundebesitzer begegnen sich immer mal wieder. Ob wir Freunde werden, so wie Sonja und ich?

An mir soll es nicht liegen und so wie ich mein Frauchen kennengelernt habe, an ihr auch nicht.

Unser Stadtteil in dem ich wohnte ist klein und die Felder grenzen direkt an. Ein Paradies für Hunde. Ich habe im Laufe der Zeit viele Hunde kennengelernt. Und nur wenige konnten mich nicht riechen.

Bei uns Hunden geht das noch schneller als bei euch Menschen.

Können wir uns riechen sind wir Freunde, können wir uns nicht riechen, dann sollten wir uns nicht zu nahe kommen - Punkt.

Mein Frauchen traf Miss Elli und Inge am Vormittag.

Ich legte mich nach dem „Rausgehen“ am frühen Morgen nochmal eine Runde schlafen und so hab ich beide verpasst. Mein Frauchen stand mit dem Auto am Zebrastreifen, direkt vor dem Haus und Inge ging mit Miss Elli darüber. Mein Frauchen glaubt nicht an Zufälle. Zufall kommt von zu - ge - fallen sagt sie. Sie ließ die Scheibe runter und rief ihr. Sie hatten nicht viel Zeit, bestimmt würde gleich noch ein Auto kommen.

"Ich würde sie gerne zu einer Lesung einladen. Ah am.??" Oh wann war die Lesung, Frauchens Kopf gab den Termin nicht frei. Da Freitag war, nächste Woche. „Alzheimer lässt grüßen,“ lachte sie, besprechen wir am Sonntag, 9.00 Uhr beim Frühstück, hier im ersten Stock??"

Sie zeigte auf das Haus in dem ich wohnte und gab Gas. Wie lange ist das jetzt her? Viele viele Jahre.

Wir trafen uns zum Frühstück, zum Hundespaziergang.

 

Nicht nur wir Hunde wurden Freunde fürs Leben.

Die 635 km die uns inzwischen trennen, konnte der Freundschaft unser beiden Frauchen nichts anhaben. Dort im Ruhestand zu leben wo andere in den Urlaub fahren, das hat was. Wir Hunde haben das alles nicht so richtig verstanden.

Aber wenn unsere Frauchen (stundenlang) telefonieren, dann viel immer mal der Name Miss Elli und Knuddel und dann wedelte ich immer feste mit dem Schwanz. Mein Frauchen verstand meine Sprache. Sie sagte oft: “Knuddel redet mit dem Schwanz".

Zwei Jahre nach dem Wegzug von Inge verstab Miss Elli. Nur ich als Hund und Hundebesitzer die ihre Hunde wirklich lieben können diese Trauer nachvollziehen.

Ein Hund ist dein Freund fürs Leben, er liebt dich, egal wie du aussiehst oder wer du bist. Er spürt deine Stimmung und will dich trösten, freut sich mit dir. Er weicht dir nicht von der Seite er liebt dich ohne Bedingung!

Das kann ich als Hund nur bestätigen. Ob Hund oder Mensch. Es kommt der Tag an dem ...

Aber das lasse ich Inge in dem  folgenden Artikel erzählen.

            

                Autorin: Inge Kile, 08.08. 2017

 

Wir leben nicht unendlich......

Es ist wirklich so, die meisten Menschen leben, als würde es niemals ein Ende geben.

Aber dann gibt es Situationen, die einem aufzeigen, das dem nicht so ist. Und dann geht das Überlegen los:

Was habe ich falsch gemacht? Wo hätte ich mehr auf mich achten müssen? Hab ich nicht Raubau mit meinem Körper getrieben?

Die Frage aller Fragen aber ist: Was passiert nach meinem Tod?

Ich muß wohl nicht betonen, dass es vielen Menschen schwer fällt über den Tod zu reden - ja, nicht einmal nachdenken möchten sie über ihn. Ich war bez. bin da keine Ausnahme. Bis der Zeitpunkt kommt, an dem man sich einfach mit dem Thema "Tod" auseinandersetzten MUSS.

Ich habe festgestellt, dass mich viele Fragen quälen, z.B. Ob ich den Weg in die andere Welt alleine antrete oder von Jonathan, meinem Schutzengel, begleitet werde. Von wem ich "oben " empfangen werde.

Werde ich überhaupt von jemandem empfangen? Ob ich tatsächlich für all meine Verfehlungen geradestehen muss?

Vor allem aber frage ich mich, ob ich all die wiedersehe,die schon lange vor mir gestorben sind - meine Großeltern mütterlicherseits, meinen Vater, meinen ehemaligen Chef nebst, Tochter und Sohn, meine Katze Lady und ,meinen Hund Miss Elly, vielleicht auch Michael Jackson und Whitney Houston? Wird es wirklich so sein , dass mein Leben ab sofort frei von Schmerzen, Entäuschungen, Kummer und Leid sein wird? Werde ich mich um nichts mehr kümmern müssen, im Gegenteil: wird man sich um MICH kümmern? Werde ich von oben herunterschauen können auf die, die ich verlassen musste - und somit mitbekommen, wie deren Leben verläuft? Wird es Menschen geben , die um mich trauern oder werde ich in null- komma- nix vergessen sein?

Das alles weiß ich nicht. Aber eines weiß ich sicher:

Ich werde NICHT mit einer Harfe auf einer Wolke

sitzen und Hallelujah singen.  

 

                                       Ende

 

 

Es war im Sommer 2007 als ich Knuddel aus dem Tierheim mit nach hause durfte, dabei wurden wir beobachtet.

Das erfuhren wir aber erst viel später.

Caro und Thomas holten damals eine Katze für die Schwester ab.

Ach ja die Katzen, es musste damals ja noch abgeklärt werden, ob ich "wild" werde und die Katzen jage.  oder umgekehrt - Haha.

So wurde ich im Tierheim am Katzenkäfig entlanggeführt und nichts geschah. Ob das die Katzen zu hause auch so sehen?

Minz und Maunz hießen sie und mein neues Frauchen meinte mich zu beruhigen, indem sie mir erzählte, dass sie seit Tagen Beruhigungstropfen bekommen, die Katzen, na denn.

Aber ich wollte von Caro und Thomas erzählen.

Mein Frauchen hat zwei Söhne. Michael war 2 Jahre alt und Daniel war 9 Monate alt, als sie ihre Mutter wurde.

Caro und Michael, kannten sich schon seit der Schulzeit. Caro führte nachmittags 2 Hunde aus und Michael war mit Ouzo seinem Schäferhundmischling unterwegs. Sie trafen sich öfters und gingen zusammen mit den Hunden spazieren

Caro und Thomas beobachteten uns im Tierheim, sprachen uns aber nicht an.

Ein paar Monate später begegneten wir uns beim „Hundespaziergang“.

Nun sprachen sie uns an, erzählten woher sie mein Frauchen und mich kennen. Ich wedelte fleißig mit meinem Schwanz.

Michael freute sich, nach langer Zeit wieder von Caro zu hören.

Und so wurde eine alte Freundschaft wiederbelebt. Leider durfte ich bei der Hochzeit von Thomas und Caro nicht in die Kirche.

Sie hatten bald einen Mobs die Cara.

Und dann kam der Sonnenschein, Sofie ihre Tochter.

Cara und Sofie verstehen sich gut. Wenn es Cara zu viel wird und Sofie zu übermütig, versteckt sich Cara einfach.

Sie ist ja ein kleiner Hund. Wo ich mich vor so einem Krabbelkind verstecken könnte?

Obwohl, wenn Cara sich unter dem Bett versteckt, leg ich mich aufs Bett oder in Sessel, dann bin ich auch weg. Obwohl - es heißt ja Krabbelkind. Hmm?

 

Auf unseren Spaziergängen begegneten uns viele Menschen.

Von denen die mein Frauchen "blöd" anmachten, weil ich gehandicapt bin, will ich nicht sprechen, oder gar bellen?

Da gab es Menschen die fragten mein Frauchen ganz höflich, warum ich nicht nicht richtig gehen könne.

Man sah mir meine Beeinträchtigung an. Sie erklärte es jedes Mal höflich und es war gut.

Aber es gab auch andere, die fragten nicht so höflich und da wurde mein Frauchen richtig biestig. Sogar mit der Polizei wurde ihr gedroht, aber Schwamm drüber.

 

Eines Tages sprach uns Brigitte an. Sie kannte alle Hunde die ihr begegneten mit Namen. Sie roch herrlich nach Hund und nach Hundeliebe.

Wir Hunde unterscheiden uns zwar von euch Menschen, wir haben unsere Gene und Erfahrung, wir spüren, wir riechen, wir fühlen und das tun wir sehr viel intensiver als ihr Menschen. Wir hören nicht nur besser, wir hören „Zwischentöne“ wir hören und erfühlen Stimmungen.

Ihr vergesst immer mehr, dass unsere Vorfahren Wölfe waren.

Na ja kein Wunder bei den vielen Hunderassen heutzutage.

Chihuahua, Französische Bulldogge, Mops, Jack Russell Terrier, Affenpinscher und alle stammen vom Wolf ab.

Aber EINS haben wir gemeinsam wir sind Rudeltiere!

Fast immer, wenn wir Brigitte trafen, bekam ich einen Tennisball, sie hatte da ihre Quellen.

Sie verriet es uns. Sie lief mit dem Hund ihres Sohnes am Tennisplatz vorbei und sammelte die Tennisbälle die im Gebüsch landeten auf.

 

Ihre Freundin Christa hatte auch einen Hund, deshalb dauerte es lange, bis wir Christa näher kennenlernten.

Denn wenn wir Hunde uns mit den Frauchen begegneten gab es immer Stress für uns alle.

Aber eines Tages: Diese wahre Geschichte wurde aufgeschrieben von Christa (Frauchen von Felix.)

Also – da war in unserem Ort, ein schwarzer Verwandter, dem Geruch nach - ein Rüde an der Leine, mit seinem netten Frauchen. Der hat sich immer furchtbar aufgeregt, wenn er mich gesehen hat, warum auch immer, einfach ein Blödmann.

Seine Nase muss auch nicht richtig funktioniert haben, sonst hätte er mitbekommem, dass man mir meine Männlichkeit schon lange genommen hat. Die ersten zwölf Monate meines Lebens habe ich ja in Tierheimen zugebracht.

Wir begegneten uns immer an der Leine auf Abstand, so dass wir uns nie richtig kennenlernen konnten.

Das Frauchen, die Christa, hat immer lieb gegrüßt und uns, mein Frauchen und mich, angelächelt.

Ach, mir schmolz mein Herz!

Eigentlich hätte ich sie gerne mal beschnuppert.

Und siehe da – eines Tages kam sie zu mir nach hause. Ganz alleine, ohne ihren Felix, aber mit Brigitte. Mein Herz schlug mir bis zum Halse, mein Schwanz fiel mir fast ab, so schnell drehte er sich im Kreis vor Freude. Wenn ich mich auf die Hinterbeine stellte, konnte ich sie küssen.

Leider ging bei der wilden Küsserei Brigittes Brille kaputt.

Eines Tages  war Christa sehr traurig, dass spürte ich deutlich. Wo war denn ihr Felix.

Felix - Christas Liebling, war nicht mehr auf dieser Welt. Auch Brigittes Hund lebte nicht mehr.

Ich nahm mir fest vor, die beiden Frauen zu trösten. Was mir leicht viel.

                                   

Auf jeden Fall erwiesen sich die beiden Frauen als wahre und treue Freundinnen.

Brigitte verwöhnte mich oft mit einer Banane und Christa hatte immer Hundeleckerli in ihrer Tasche versteckt.

Hhmm!

Mein Frauchen freute sich, zwei so liebe Freundinnen gefunden zu haben - durch mich!

Als unser Daniel, in einem halben Jahr dreimal ins Krankenhaus musste, waren sie beide abwechselnd und zusammen bei mir, schauten nach mir und führten mich aus, denn Frauchen war mit in der Klinik.

Zehn Jahre lang durfte ich Leben, zehn schöne Hundejahre durfte ich trotz meiner körperlichen Beeiträchtigung glücklich sein.

Als ich von dieser Welt ging, kümmerten Brigitte und Christa sich ganz liebevoll um mein Frauchen und tun es heute noch.

Ich ging Montags in den Hundehimmel und Freitags in der selben Woche Sonja meine Freundin - ja vielleicht waren Sonja und ich Seelenverwandt.

 

Freundschaft hin oder her, der Stock gehört mir!

          

                                   

                                           


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